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Gatsby, geb. 4/2014

Hallo Ihr Lieben!
Connie sagt, ich muss unbedingt mal von meiner ersten Woche in Hessen berichten.
Gleich am ersten Tag habe ich den Garten erkundet und nach diversen Geschäftchen für gut befunden. Hier im Haus lebt ein ganzes Rudel Menschen (naja, also 4), die habe ich alle erstmal angebellt. Besonders Männer finde ich immer noch spooky. Das Haus durfte ich ganz nach meinem Tempo erkunden und ich habe die Couch im Wohnzimmer als meinen Rückzugsort gewählt.

Die tollen Hundebettchen waren mir auch etwas unheimlich. Ich lege mich heute noch manchmal daneben. Es gab so viele Dinge vor denen ich erschrocken bin, ein flatterndes Handtuch eine Jacke über der Stuhllehne, eine Spiegelung in der Fensterscheibe, durch die Diele bin ich fast auf dem Bauch gekrochen und dort schaue ich mich immer noch um, ob nicht aus irgendeiner Ecke etwas Gefährliches kommt. Daran arbeiten wir jetzt und gehen immer mal wieder gemeinsam durch diesen Raum, bei Licht und im Dunkel. Im Zweifel flitze ich auf meine Couch.

Beim Gassi laufe ich meistens recht locker an der (10 m Schlepp-) Leine. Wenn wirklich mal etwas Zug drauf kommt, bleibe ich stehen und gucke ganz vorwurfsvoll nach hinten, wo Connie den bleibt. Dass es nach draußen geht wenn Connie mein Geschirr nimmt, habe ich schnell kapiert. Ich freue mich dann wie Bolle.
Weil es hier viele Hunde gibt, muss ich auch ganz viele Peemails lesen und beantworten. Einen Wolfspitz, einen Bordercollie, Nachbars Mix und eine ältere Bernerdame habe ich schon kennengelernt. Da ich recht zurückhaltend (nicht abweisend, ich zeige einfach kein größeres Interesse) reagiere meint Connie, dass ich Spielen mit Artgenossen möglicherweise nicht kenne. Beim Spiel mit meinen Menschen bin ich etwas grobmotorisch, lasse mich aber recht schnell durch Wegdrehen oder Handzeichen wieder runterfahren.
Die Handzeichen für die Standardbefehle müssen wir noch ordentlich üben, aber ich komme immer zu Connie zurück, wenn sie in die Hocke geht, da muss sie halt flexibel sein und für ein „Sitz“ will ich schon Käse.

Gerade weil ich taub bin und schon so meine Erfahrungen gemacht habe, bringe ich auch jede Menge Vorteile mit. Mir braucht man nicht beizubringen, bei Türklingeln entspannt liegen zu bleiben oder das Bellen von anderen Hunden zu ignorieren! Kindergeschrei höre ich genauso wenig wie Donner, das Silvestergeknalle und den Staubsauger. Radfahrer und Jogger ignoriere ich.

Sogar beim Tierarzt waren wir schon zu Besuch und ich durfte auf die Waage steigen. Die Frau hat mir dann auch in die Ohren geschaut und mein Herz abgehört. Nach ein paar Leckerchen fand ich sie auch ganz nett.

Connie sagt, ich wäre ein super toller Bub und wenn ich erst mal bei meiner Für-Immer-Familie richtig „angekommen“ gibt es keinen besseren Begleiter als mich. Ich bin aufmerksam, verschmust, freundlich und gehe auch wenn ich noch so sehr erschrecke, immer zurück. Bin eben ein kluger Junge, der jeden Stress meidet.

Liebe Grüße aus Sinntal
Gatsby, der mit dem samtweichen Bollerköpfchen

Steckbrief:

Name: Gatsby

Rasse: Boxer

kastriert: ja

kupiert: nein

geb. lt. Ausweis: 4/2014

Herkunft: Katalonien (Spanien)

Wesen: temperamentvoller und doch sehr einfühlsamer Boxer, mit Artgenossen und Katzen kompatibel, gerne auch zu Kindern

Standort: Sinntal

 

Reiseprofil:

Leishmaniose: negativ

Babesiose: negativ

Anaplasmose phago: negativ

Ehrlichiose: negativ

Filariose: negativ

 

Kontakt: Elke Mührer
+49 2252 836824
+49 157 80606334
em@einherzfuerboxer.de

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Liebe Boxerfreunde!
Ich bin Gatsby und leider bringe ich ein Handicap mit. Für einige von euch sicher ein Ablehnungsgrund, denn ich bin taub.
Für mich selbst bedeutet es nichts, denn ich bin einfach nur ich! Ein toller Boxerjunge, der schon lange gelernt hat, damit klar zu kommen!
Ich bin auf Handsprache trainiert und das klappt hervorragend.
Da ich schon eine Weile hier bei einem spanischen Tierschutzverein auf die richtigen Menschen warte, sehne ich mich mittlerweile doch sehr nach Liebe und Zuspruch.
Wenn mein Trainer einmal täglich an meinen Zwinger kommt um mich zur Gassirunde abzuholen, springe ich vor Freude fast bis unter die Decke. Ja klar, das macht man nicht. Es heißt dann auch für mich immer, erst einmal runter kommen und beruhigen, denn sonst leint er mich nicht an. Also ihr seht, auch da bin ich souverän.
Und nur weil ich ein „Täubchen“ bin, denkt nicht, ich sei kein normaler Boxerjunge, der temperamentvoll aufblühen kann.
Es ist einfach herrlich, tolle Spaziergänge zu unternehmen. Das liebe ich am meisten. Meine Nase ist dann überall. So viele Gerüche, die mir zeigen wo ich bin und wo es lang geht. Abenteuer pur!
Wißt ihr, meine Nase und meine Augen können unheimlich viel wahrnehmen, dass ihr im ersten Moment nicht mit bekommen werdet. Ganz sicher kann ich euch noch ein wenig beibringen.
Mein größter Wunsch ist es nun, alsbald eine eigene Familie zu finden! Ich hoffe sehr, dass es mir hier über diesen Verein gelingen wird. Denn ihr habt doch ein Herz für Boxer. Hoffentlich ist das groß genug, mein Handicap wettzumachen!
Es wäre toll, wenn ihr mich als neuen Wegbegleiter in Betracht zieht.
Voller Ungeduld,
euer Gatsby (der gefühlvolle weiße Riese)